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Das alte Urbach - am Rhein (?)

Urbach und seine Pfarrkirche werden erstmals erwähnt in einer Urkunde des Kölner Stifts St. Severin vom Jahre 1208 unter der Bezeichnung Ouerbach, was als Overbach gelesen werden muss. Zwar ist urkundlich nirgendwo feststellbar, dass hier ein Bach geflossen ist; dennoch ist vom Namen her von seiner Existenz auszugehen. Overbach bedeutet oberhalb des Baches (gelegen), und zwar auf einer Anhöhe, dem 1654 erwähnten Tumberich ("berich" steht für Berg).

Es ist anzunehmen, dass die erste Ansiedlung aber Jahrhunderte früher erfolgte. Darauf deuten zehn Gräber aus der fränkischen Zeit (6.-7. Jahrhundert) hin, die etwa 1700 m südsüdöstlich von der heutigen Pfarrkirche entfernt, entdeckt wurden. Solche Frankenfriedhöfe findet man auch in benachbarten Orten, z. B. in Lind, Zündorf, Langel, Westhoven und Poll. Die zugehörigen Siedlungen kennen wir nicht genau; doch dürften sie an der Stelle der heutigen Dörfer gelegen haben. So ist es durchaus möglich, dass auch Urbach in fränkischer Zeit entstand, und zwar auf einer schwachen Erhebung, die an der Rheinniederterrasse lag.

Der Urstrom Rhein floss auch nicht immer so brav in seinem heutigen Bett. Nach der Eiszeit ist er im Wesentlichen in drei Armen (Altläufen) mit etlichen Nebenrinnen durch das heutige Porz geflossen; wann dies allerdings zum letzten Mal war, ist nicht bekannt. Überbleibsel, d. h. Wasser gefüllte Maare, nicht versickernde Teiche und Wasserlöcher gibt es bis in die Neuzeit.

Der 1. Arm verlief fast parallel zum heutigen Fluss; etwa vom heutigen Jachthafen - Rosenhügel - Judenfriedhof - Poststraße - Rheinbrauhaus - Hauptstraße - Urbacher Weg - Westhoven - bis ins Poller Loch - dann zurück in den Hauptstrom. Ein Abzweig oder eine Nebenrinne führte am Gremberger Wäldchen entlang, dann am heutigen Vingst vorbei, um sich am "Höhenberg" mit dem 2. Arm zu vereinigen.

Der 2. Arm kam von Lülsdorf - Ranzel - Langel (alte Flurbezeichnungen dort: Am Damm, In den Auen, Rheinberg usw.) - Oberzündorf (Schwarzes Maar, Foltersmaar, Kinkelsmaar, Juffermaar) - bis an den westlichen Ortsrand von Wahn. Im Ortsnamen Wahn steckt die Bezeichnung Wand oder auch Want = zaunartige Absperrung eines Gewässers zum Fischfang, auch Abgrenzung unterschiedlicher Fischereirechte. Die Burg Wahn war ursprünglich auch eine Wasserburg.

Etwas südlicher der Burg kam ein weiterer Rheinarm aus dem Linder Gebiet dazu (siehe auch unter 3.). Am westlichen Wahn vorbei führte er nach Elsdorf im Verlauf der heutigen Gilsonstraße bis zur Vertiefung des heutigen Radweges an der Frankfurter Straße (heute Sitz der Firmen Motorrad Siedler und " Der Fliesenmann "). Dort war die nasse Wiese (im Volksmund bis heute noch " de nasse Wiss ");  weiter verlief die Rinne hinter der ehemaligen Gaststätte Demmer  her (" Demmers Loch ") , am Bungert vorbei, parallel zur heutigen Kupfergasse bis zur Ecke Frankfurter Straße / Kaiserstraße. Hier war ein großer Tümpel  (Pohl), der in einer Karte von 1820 noch enthalten ist. Der weitere Verlauf war in Richtung Norden am Maarhof entlang, der am Wasser lag.  An der heutigen Ecke Fauststraße / Breslauer Straße war das "Maarloch", auch "Maarpohl" genannt. Entlang der heutigen Frankfurter Straße, am Eiler Friedhof vorbei, durch die Heumarer Straße. Östlich von Maarhausen war sein weiterer Verlauf bis nach Heumar in die Fock (Furt).

- 1375 kaufte Abt Otto von Deutz vom Freiherrn Krüwel, dem damaligenBesitzer von Burg Rath  "die Maar zwischen Eyl und Heumaar" zum Fischfang. Von Heumar machte der Rheinarm einen Bogen in Richtung des heutigen Brück. An Merheim = Maarheim floß er vorbei durch das Merheimer Bruch und vereinigte sich hier mit der Nebenrinne des 1. Armes. In Höhe des heutigen Flittard mündete er in den Hauptstrom.

Der 3. Arm war nur bei Hochflut von Rhein, Agger (Acher) und Sieg durchflutet, führte in etwa an dem heutigen Mauspfad entlang (vor der belgischen Kaserne, die hoch liegt) in unser Gebiet über dem Linder Bruch - An der Mulde - vorbei - westlich am heutigen Lind entlang, um "Am Dammweg" in den 2. Arm zu fließen. - Im Linder Bruch sind ein ca. 2000 Jahre alter Kahn und hölzerne Gegenstände gefunden worden. -


Friedhelm Speck