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Die Straßen im alten Urbach (1)

 
Um auf die alten und dann die neueren Straßen in Urbach zu kommen, muss man erst einmal wissen, dass Urbach ein reiches Dorf oder eine reiche Siedlung war. Dafür spricht die Vielzahl der Gutshöfe, die z. T. angesehenen Freiherren gehörten.
 
Ohne auf die geschichtliche Bedeutung der einzelnen Höfe einzugehen, seien zunächst nur einige aufgezählt, weil die entscheidenen Straßen und Wege im alten Urbach als Verbindung unter ihnen dienten.
 
1586 wurde vom herzoglich bergischen Amt steuerlich veranlagt: der Maarhof ( Frankfurter Straße 540 ), der Staelshof - auch Stals- oder Stahlshof - ( er lag hinter dem heutigen Haus Leuschhofgasse 10 bis hin zum Staelsweg ), der Leuschhof ( an der heutigen Straße " Am Leuschhof ", neben dem Pastorat ), der Kirchenhof ( er lag in Höhe der heutigen Frankfurter Straße 520 ), der Forsbachhof ( er lag in Höhe der heutigen Frankfurter Straße 500 ) und der Uhlhof - später Finkelberghof ( er lag nördlich neben der Kirche, wo heute das ehemalige Pastorat steht ); das heißt aber nicht, dass es daneben keine weiteren Höfe gab und ebenso wenig, dass die genannten Höfe und andere nicht noch älter sind.
 
Als Hauptverbindung von Urbach nach Elsdorf diente die Kovergass, die schon 1623 Kupfergasse hieß. Sie verlief vom Sternenbergerhof auf der Trasse der heutigen Kupfergasse in südlicher Richtung. Sie führte auch an Pastors Wiese, dem Bungert = Baumgarten vorbei, wo heute das Kriegerdenkmal steht. Sie ging über die heutige Zündorfer Straße hinweg etwa östlich der heutigen Straße " Auf dem Stallberg " am ehemaligen Rheinarm entlang. An ihr lagen auch das Hahnengut ( = Brudergut des St. Sebastianaltars zu Wahn ), das Wölfgesgut und das Jonengut. In Höhe der heutigen Zündorfer Straße war ein Abzweig, an dem die Einfahrt des Wiedenhofes, des Pastoratsgutes lag. Der Wiedenhof wurde erstmals 1658 erwähnt und erstreckte sich von der Ecke Elsdorfer Straße und Zündorfer Straße bis hin zur Kupfergasse. Der Abzweig hieß Weg am Pastors Garten.
 
Etwas südlicher - fast an der Dorfgrenze - ging von der Kupfergasse in östlicher Richtung das Doktorspfädchen ab, ( nördlich vom heutigen Igelweg). Ob dort ein oder der Dorfdoktor wohnte, ist nicht überliefert.
 
Die heutige Waldstraße entsprach in etwa dem Verlauf des Viehweges auch Veehgass genannt. Ähnlich wie in Lind ( Viehtrift ) wurde hier das Vieh von und zur Weide im Gemeindewald hinter dem Urbacher Grengel, aber auch zur Tränke am Dorfpohl getrieben. Grengel nannte man die Absperrung oder den Schlagbaum im Wildzaun, der auf der Höhe des heutigen Akazienweges in nördlicher und in südlicher Richtung verlief. Viehsammelplatz war der Zehntplatz am Zehnthaus mit der Zehntscheune ( heute: Waldstraße 9 - 11 ). Am Viehweg lag auch das Hohnsgut, das Cromengut und das Faustgut ( Fausterhof ). Als Abzweig vom Viehweg gab es noch den Stiegels Pfad ( Patt ) in etwa in östlicher Verlängerung der heutigen Gronaustraße, ebenso den Kleinen Hauweg, beide auf Karten von 1757 und 1834 verzeichnet, die beide in die Urbacher Gemeinde-Heide bzw. den Urbacher  Gemeinde Busch führten. Den Viehweg  kreuzte der Mühlenweg,  dessen Verlauf dem im Ortsteil des heutigen Urbach fast gleicht. Er kam von Eil, ging zwischen Maarhof und Herscheidshof / Bertramhof durch und führte zur Scheuermühle in Lind. Wo der in Quellen genannte Fuhrweg lag, auf dem ebenfalls Getreide zur Mühle transportiert wurde, ist nicht feststellbar. Möglicherweise sind die beiden Wege identisch.
 
Der Kirchweg verband einmal den Kirchenhof, den Leuschhof, den Staelshof und den Maarhof und verlief von der Kirche parallel zur heutigen Frankfurter Straße, überquerte den Viehweg in Höhe der Gronau ( = grüne Aue vor dem Maarhof ). Das dortige Wegstück hieß En dr Hött ( in der Hütte / Ecke ). Ebenso führte der Kirchweg in den Abzweig zum Pohlhof ( am Dorfpohl ) - heute an der Ecke Frankfurter Straße - Waldstraße, wo später der Schwanenhof und noch später die Wirtschaft " Zum Schwanen " stand ( Waldstraße 2 ). Der Kirchweg verlief in nördlicher Richtung zwischen Maarhof und Herscheidshof weiter und vereinigte sich mit dem Mühlenweg bis zum heutigen Eiler Friedhof, von wo wieder eine Weggabelung zum Ort Eil und zum Gut Leidenhausen war.
 
Vom Sternebergerhof ( Kupfergasse / Ecke Kaiserstraße ) ging die Gass ab zum Schwanebitzer Hof ( heute: Kaiserstraße 20-24 ) und zum " Lehrers Huus " ( heute: Gemischwarenladen Tedy ) und zum " Zöllners Huus " an der Ecke der heutigen Schmale Gasse ( Wohnhaus der Familie Feldenkirchen ). An allen Landstraßen, die vom Bergischen Land in das Gebiet des KurkölnischenAmtes Deutz führten, lagen vor den Orten - an den Landesgrenzen - Zollstellen. Seit 1411 ist eine solche Zollstelle in Urbach bezeugt. Am Zollhaus war ein Schlagbaum, der 1628 bereits erwähnt wurde, sowie ein Falltor. Ein weiteres Falltor war am Weiher, dessen Lage aber nirgendwo genau beschrieben ist, wohl aber im südlichen Teil des alten Urbach - möglicherweise vom " Demmers Loch " bis zur " Nassen Wiss " ( heute: Firmen Siedler und Der Fliesenmann ) lag. Dort war vermutlich auch der Weyerhof. Falltore gab es zwischen dem Maarhof und dem Herscheiderhof und auch am Claßensgut. Diese Falltore und -türen ermöglichten den Durchgang durch die Umzäunung ( Dornenhecken und Pfähle ), die das gesamte Dorf Urbach umgaben.
 
Vom Schwanebitzer Hof führte der Porzer Kirchweg in Richtung Porz, etwa im Verlauf der heutigen " Schmale Gasse ". Porz gehörte bis 1909 kirchlich zu Urbach. In Höhe der heutigen Marienburger Straße ( Fa. HIT ) teilte er sich in einen Abzweig in Richtung Eil, das Pfaffenpfädchen. Der Weg durfte nur begangen werden, wenn keine Frucht stand! Die Flurbezeichnung der Grundstücke an der Marienburger Straße, Pfaffenpfad, z. T. Fauststraße bis hin zur Tilsiter Straße und zum Marienplatz heißt heute noch " Am Pfaffenpfad ". Auf dem Porzer Kirchweg stieß in Höhe des oben erwähnten Abzweiges in Richtung Eil der Leichweg ( Lichpad ), ein Weg, auf dem die Toten aus Porz zur letzten Ruhestätte auf dem Urbacher Kirchhof ( der Friedhof, der um die Kirche herum lag ) geleitet wurden. Er wurde schon 1611 als gemeinerLeichweg erwähnt, den wie oben erwähnt auch die " Porzer Nachbarn " ( der Begriff steht allgemein für Gemeindemitglieder ) benutzen durften. Der Leichweg, 1870 noch als Leichgasse genannt, führte gegenüber der alten Wirtschaft Dürscheidt ( heute: Brauhaus Dürscheidt ) im Verlauf des heutigenLichpfades durchs " Schulljässje " ( Schulgässchen ) - heute Elsdorfer Straße an Pastors Wiese ( Bungert ) vorbei über die Kirchgass ( nicht zu verwechseln mit dem Kirchweg ) zum Friedhof.
 
Die Kirchgasse war die Verbindung zwischen Kupfergasse und der Kirche, die auch der Pastor und der Küster benutzten, die beide in der Kupfergasse wohnten. Der Küster, der zugleich Schulmeister war, lebte auf der Hofstätte des Brudergutes in der Kupfergasse, an der Stelle, wo heute die Grundschule ist, die als Urbacher Schule 1628 erstmals erwähnt wird.
 
Der Verlauf des Porzer Kirchweges entsprach der heutigen Tassostraße, Wertherstraße, dann weiter Celsiusstraße und verlief weiter in gerader Richtung nach Porz. In Höhe des heutigen Finanzamtes war ab 1865 ein beschrankter Bahnübergang über die neue Eisenbahnlinie. In Höhe des Grenzhofes ( später Jägerhof von Schmitze Ida, heute griechisch + türkisches Lokal ) stieß er auf die heutige Bahnhofstraße. Von der Einmündung des Schulgässchens in die Gass ( heute: Bonitas ) ging auch noch ein Stichweg in Richtung Porz ( im Verlauf der heutigen Kaiserstraße ), der vor der Wirtschaft Dürscheidt auf den Lichpfad ( Leichgasse ) traf. Dieses kurze Wegstück hieß Porzer Weg.
 
Als die Eisenbahnstrecke der Köln-Siegener Bahn von Deutz nach Troisdorf gebaut wurde ( 1858 - 1862 ), entstand auch ein Haltepunkt Porz - Urbach. Der leider jetzt ( 1999 ) abgerissene Bahnhof wurde 1874 fertig gestellt, später jedoch zweimal umgebaut. Der Zugweg von Porzer und Urbacher Seite hieß seit diesem Zeitpunkt Bahnhofstraße, und zwar vom Rheinufer bis zur heutigen Frankfurter Straße und mündete neben dem heutigen Brauhaus Dürscheidt in den Porzer Kirchweg.
 
Mit der Industrieansiedlung ( Glaswerke, Fa. Meirowski - heute Dielektra, Tapetenfabrik zu Porz vor Köln, - so hieß sie damals, die östlich benachbart war mit der Fa. Meirowski ) erfolgte auch eine stärkere Besiedlung um den Bahnhof herum. Die alte Grenze zwischen Porz und Urbach verlief bis zu diesem Zeitpunkt nahe der späteren Schiller- und Friedrichstraße. Die Gaststätte Jägerhof ( Bahnhofstraße 49 ) hieß um die Jahrhundertwende noch Grenzhof.